Objekt Oktober 2008

Vischer, Georg Matthäus: Topographia Archiducatus Austriae Inf: Modernae, seu Controfee und Beschreibung aller Stätt Clöster und Schlösser wie sie anietzo stehen in dem Ertzhertzogtumb unter Österreich.
4 Teile in einem Band. (O.O.u.Dr.), 1672. Mit 4 gest.Titelblättern, 7 doppelblattgr. Kupferstichen auf 4 Tafeln und 500 Ansichten in Kupferstich auf 245 Tafeln.
(6) SS. Folio. Ldr.bd. um 1750 mit goldgeprägten Wappensupralibros.

Nebehay-W. 783. Variante 1 der ersten Ausgabe des bedeutenden topographischen Ansichtenwerks über Niederösterreich in einem exzellenten Exemplar. Alle Merkmale dieser ersten Variante, wie bei Nebehay-W. beschrieben, sind hier vorhanden: die Zählung der Tafeln bei jeder Ansicht unten rechts, jeweils nach Vierteln. Im Gegensatz zur zweiten Ausgabe keine Nummerierung der ganzen Kupferplatte. Die Ansichten 62a und 62b in Teil 2 (Altlengbach und Stollberg) und 143 in Teil 4 (Zwettl) fehlen bei dieser Variante noch.

Die Kupfertafeln auf starkem Papier und die Abdrucke klar und gratig, wenngleich von unterschiedlicher Intensität. Zu Beginn mit ganz wenigen Wurmlöchern im weissen Rand (minimale in der Darstellung der doppelblattgroßen Blätter), von einem Vorbesitzer wurden – vernachlässigbare – Randeinrisse unterlegt. Am Ende von Teil zwei findet sich im Bug und weissen Rand der letzten 4 bis 5 Tafeln ein abnehmender Braunfleck. Die Blätter 9 und 10 (in späterer Zählung Tafel 188) in Teil 4 (Persenbeug und Breiteneich) wurden diesem Exemplar offensichtlich nicht beigegeben, oder sie wurden beim Neubinden des Buches im 18. Jahrhundert einfach „vergessen“. Diese beiden Ansichten wurden vom Vorbesitzer aus einem anderen Exemplar ergänzt und liegen lose bei.

Aus dem Besitz des Johannes Georg Baron von Pichelstorff und Altenburg, der im
18. Jahrhundert Besitzer der Herrschaft Droß im niederösterreichischen Waldviertel war. Er war es auch, der das heute noch bestehende Schloß erbauen ließ. Das Buch trägt seine goldgeprägten Wappensupralibros auf beiden Buchdeckeln. Vergoldung der Wappensupralibros teilweise abgeblättert, der Einband an Ecken und Kanten wohl von einem Vorbesitzer geschickt restauriert.

Insgesamt ein außergewöhnlich schönes und vollständiges Exemplar mit bedeutender Provenienz.

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