Objekt September 2012

Schweidnitzer Gesangbuch

Hancke, Gottfried Benjamin, und Ferdinand Ludwig von Bresler: Geistreiche Gesänge und Lieder, Auf Alle Sonntags-Evangelien und Episteln So in dem Christlichen Jahre enthalten seyn. 11 Teile in zwei Bänden. Schweidnitz, gedruckt bei Johann Christian Müller, 1725. Mit gest.Front. zu Band 1, 7 Seiten gestochene Notentafeln und 239 (von 250) Kupfertafeln. (2), 647; (2) 735, 7 SS. Quer 4°. Neuere Halblederbände mit Rückentitel.

Dünnhaupt III,1749,7; Faber du Faur I,1146; Jantz II,2379; Lanckoronska I,61 (nur Teil 1!); Landwehr, German 311; RISM VIII,1,502; Wolffheim II,2208.

Erste und einzige Ausgabe, nicht häufig. Das sogenannte „Schweidnitzer Gesangbuch“, hrsg.im Auftrage des Grafen Franz Anton von Sporck durch Hancke und Bresler. Mit prachtvollen Kupfern von Michael Heinrich Rentz und Johann Daniel von Montalegre. „Faber du Faurs Behauptung, es handle sich hier um ‚the songs of Catholic Silesia‘, ist unzutreffend – ja es scheint mir überhaupt fraglich, ob diese komplexen, vielstrophigen, durchweg auf weibliche Endungen ausgehenden Langverse je Eingang in das normale Kirchengesangsrepertoire fanden. Die Sonntagsperikopen werden jeweils zuerst in einer Prosatextparaphrase vorgestellt, daran anschließend folgt die sogenannte „Lehre“ in Reimen, die der Notenanhang als „Arien“ bezeichnet.

Von einem Kirchengesangbuch im eigentlichen Sinne kann somit überhaupt keine Rede sein“ (Dünnhaupt). Bei unserem Exemplar fehlen 11 Kupfertafeln, etwa 15 Tafeln sind altkoloriert. Weiters fehlen am Ende des ersten Bandes die Seiten 641 bis 646 und die 7 Seiten gestochene Noten (im zweiten Teil sind diese vorhanden). Das Titelblatt zum sechsten Teil – zugleich Titelblatt des 2.Bandes – fehlt, es wurde das Titelblatt zum 7.Teil verwendet (eigentlich SS 133/134).

Das Werk ist selten komplett, meist kommen nur einzelne Bände vor und auch die Anzahl der diesen beigegebenen Kupfertafeln schwankt stark. Dünnhaupt listet einige Exemplare in Bibliotheken, die ebenfalls nicht vollständig sind. Abgesehen von den oben angeführten Mängeln ist unser Exemplar sehr gut erhalten. Mehr oder weniger fleckenfrei und ungebräunt, die schönen Kupfer in klaren und gratigen Abdrucken. Von einem Vorbesitzer im 20.Jahrhundert neu in Halbleder gebunden.

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