Objekt Mai 2013

» Scaramouche «

Mursinna, Friedrich Samuel: Leben des Skaramutz, vormals berühmten Lustigmachers auf dem italienischen Theater zu Paris. Ein Beitrag zur Geschichte des Groteskekomischen. Halle, in Kommission bei Johann Friedrich Dost, 1789. Mit gestochenem Front. 144 SS. Lederband d.Zt.


Tadellos. Außerordentlich schöner Sammelband mit fünf seltenen Schriften über italienisches Volkstheater, Maskerade, Bälle, Pantomime, Harlekinaden und Theater.
Beigebunden:
(Mattheson, J.): Abhandlung von den Pantomimen, Historisch und critisch ausgeführt. Hamburg, Carl Samuel Geißler, 1749. Mit gestochener, beinahe halbseitiger Titelvignette. (12), 81 SS. Beigebunden: (Sticotti, Antonio Fabio): Garrick, oder die engländischen Schauspieler. Ein Werk, das Bemerkungen über das Drama, die Kunst der Vorstellung, und das Spiel der Acteurs enthält. Mit historisch kritischen Anmerkungen und Anekdoten über die verschiedenen Schaubühnen in London und Paris. Kopenhagen und Leipzig, Rothens Erben und Proft, 1771. (4), 160 SS. Beigebunden: Der gesittete Harlequin oder Masquen Catechsimus. Aus der französischen Urschrift übersetzt. Ohne Ort und Drucker, 1783. 24 SS.

Beigebunden:
Curioser Unterhalt oder Discours Zweyer Masqueren Nemlich Eines Nobile und Einer Domino, Vom Nutzen und Schaden der gewöhnlichen Pragerischen Faßnachts-Ballen. Worinn zu finden, Wie man sich bey einem Ball zu verhalten hat, daß man sich desselben ohne Schaden, ja vielmehr mit Nuzen seiner Gesundheit wol bedienen möge. In eines Reisenden Medici Manuscript also gefunden, und zum öffentlichen Druck befördert. Prag, Johann Friedrich Rüdiger, 1734. Mit gestochenem Front. 66 SS.

(1) Holzmann-B. III,16; Hayn-G. VII,103; VD 18:10250751. Erste Ausgabe, sehr selten. Scaramuz (ital. Scaramuzzo oder Scaramouche) ist eine komische Figur des alten italienischen Volkstheaters, meist ganz schwarz gekleidet und in spanischer Tracht auftretend, ein großsprecherischer Abenteurer aus Neapel und ein Aufschneider, der am Schluß von Arlecchino durchgeprügelt wird. Die Figur trat etwa um 1680 erstmals auf. Die vielleicht berühmteste Vertonung von ‚Scaramouche‘ stammt von dem französischen Komponisten Darius Milhaud und der neapolitanische Aufschneider lebt bis in die heutigen Zeiten fort: die britische Rockgruppe ‚Queen‘ läßt ihn in dem Song ‚Bohemian Rhapsody‘ auftreten und gemeinsam mit Galileo rettet er in dem Musical von Queen ‚We will Rock You‘ die Erde vor dem die gesamte Welt regierenden Unternehmen ‚Globalsoft‘. Die Figur des Scaramouche ist auf dem gestochenen Frontispiz mit all seinen Attributen wiedergegeben. Ungebräunt und fleckenfrei.

(2) Holzmann-B. VI,157; nicht bei Schröder. Erste Ausgabe der seltenen Abhandlung des einflußreichen Hamburger Musikschriftstellers und Komponisten. Die Pantomime erlebte zu seiner Zeit eine Renaissance und soll hier zum ersten Mal im Zusammenhang beschrieben werden. In der Vorrede bezieht sich Mattheson auch auf Nicolini, der mit seinen prächtigen Pantomimendarstellungen in verschiedensten deutschen Städten Aufsehen erregte (vgl. Kosch, Theaterlex. II,1645). Der erste Teil enthält auch eine allgemeine Geschichte des Theaters. Die große Titelvignette, gestochen von Haas, zeigt eine Pantomimenszene. Tadellos.

(3) VD 18:10438491; nicht bei Holz.-B. und Hayn-G. Erste deutsche Ausgabe, die französische Ausgabe war unter dem Titel „Garrick, ou les acteurs Anglois…“ erschienen. Enthält Anleitungen für Schauspieler, wie sie sich in verschiedensten Rollen zu verhalten haben, in welchem Alter man die Bühne verlassen sollte, wie man Gefühle und Leidenschaften darstellen soll usw. Tadellos.

(4) Nicht bei VD 18; Holz.-B. und Hayn-G. Für uns bibliographisch nicht nachweisbar. Wohl erste deutsche Ausgabe. In Form eines Zwiegesprächs wird der Leser über den Karneval, die Vergnügungen dabei, die Ursprünge des Karnevals, Maskenball, welche Musik bei Maskenbällen gespielt werden sollte usw., aufgeklärt. Tadellos.

(5) VD 18:1073516X-003; nicht bei Holz.-B., Hayn-G., Voit. Erste Ausgabe, über den Verfasser konnten wir nichts herausfinden. Gespräche während eines Maskenballs zwischen einem Nobile und einer Domino, einem Boots-Knecht, Bauern, einer Tirolerin, Augsburgerin, Gärtnerin, einer Fledermaus usw. Das prächtige Frontispiz zeigt diverse maskierte Figuren in einem Nebenraum des Ballsaales im Gespräch.

TOP

Lerchenfelderstr. 48/2/21, 1080 Wien, Austria, Mobile: +43 664 105 76 75
 
Newsletter Drucken Downloads Suche