Objekt Mai 2008

Merian, Matthäus, und Martin Zeiller: Topographia Provinciarum Austriacaru(m) Austriae Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc:

Das ist Beschreibung Und Abbildung der fürnembsten Stätt und Plätz in den Österreichischen Landen Under und Ober Osterreich, Steyer, Kärndten, Crain Und Tryol. Frankfurt, Merian, 1649. Mit gest.Kupfertitel und 166 Ansichten auf 120 Kupfertafeln. SS 3-6 (Dedicatio), SS 7-155, (10) SS. Folio. Ldr.bd.d.18.Jhdts.mit goldgeprägten Wappensupralibros.

Nebehay-W. 407; Wüthrich IV,245ff. Erste Ausgabe der bekannten und frühen Österreich-Topographie von Merian. Der Text stammt von dem Ulmer Gelehrten Martin Zeiller, dessen Name allerdings erst im 1.Anhang in der Ausgabe von 1656 genannt wird. Unter allen Bänden von Merian’s „Topographia Germaniae“ erlebte der Österreich-Band die meisten Auflagen, und zwar sechs (lt.Nebehay-W.) bzw. sieben (lt. Wüthrich). Merian gliederte sein groß angelegtes Topographiewerk nach den Reichskreisen, so wie sie von Kaiser Maximilian I. 1512 gebildet worden waren. Von der Fläche her ist der Österreichische Kreis der größte von allen. Einige Teile des Kreises hatte Merian schon vorher anderweitig untergebracht. Vorderösterreich mit dem Breisgau kam in die Bände Schwaben und Elsaß, Vorarlberg in den Band Bayern, zu welchem das Fürsterzbistum Salzburg ohnehin gehörte. Die Kapitel von „Österreich“ befassen sich daher in erster Linie mit den habsburgischen Stammlanden, dem Erzherzogtum Österreich mit Nieder- und Oberösterreich, den Herzogtümern Steiermark, Kärnten und Krain sowie der Grafschaft Tirol (in die auch das heutige Südtirol mit den Bistümern Brixen und Trient gehörte).

Unser Exemplar ist vollständig bis auf das gedruckte Tafelverzeichnis am Ende und, wie beinahe immer, ohne die zweite Karte von Kärnten nach Israel Holtzwurm, aber mit allen Kupfertafeln, von denen einige doppelblattgroß und manche mehrfach gefaltet sind (wie z.B. Eisenerz). Die Kupfer in sehr guten, gratigen und tiefschwarzen Abdrucken. Einige Papierbrüche entlang der Kanten der Kupferplatten wurden von einem Vorbesitzer restauriert. Das gestochene Titelblatt stellt eine Verherrlichung des Hauses Habsburg dar und bringt in Medaillons die Porträts der habsburgischen Kaiser. Das Titelblatt ist zur Gänze (alt) unterlegt. Im vorderen Innenspiegel findet sich der handschriftliche Eintrag eines „Lebzelter“. Vorder- und rückwärtiger Deckel des Ledereinbandes mit dem goldgeprägten Wappensupralibros des „Johannes Georg Baron Pichelstorff et Altenburg“. Dieser war im beginnenden 18.Jahrhundert Besitzer der Herrschaft Droß im niederösterreichischen Waldviertel und er war es auch, der 1726 das heute noch bestehende Schloß errichten ließ.

Sehr schönes Exemplar der ersten Ausgabe der gesuchten Merian-Topographie von Österreich in einem dekorativen Einband und mit schöner Provenienz.

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