Objekt März 2013

Mendes Pinto, Fernao: Historia oriental

de las peregrinaciones de Fernan Mendez Pinto Portugues, a donde se escriven muchas, y muy estranas cosas que vio, y oyo en los reynos de la China, Tartaria, Sornao, que vulgarmente se llama Sia(m), Calaminam, Pegua, Martauan, y otros muchos de aquellas partes orientales…

Casos famosos, aconteciementos admirables, leyes, gouierno, trages, religion y costumbres de aquellos gentiles de Asia. Madrid, Melchor Sanchez, 1664. Mit großer Druckermarke in Holzschnitt a.d.Titel. (24), 452, (8) SS. Kl.-Folio. Leder d.Zt.


Cordier, Bibl.Indosinica 111f; KNLL XIII,297ff; Palau V,148; Graesse IV,486; Henze IV,122; Cox I,324. Nachdruck der dritten spanischen Ausgabe (Valencia 1645), die erste portugiesische Ausgabe war 1614 in Lissabon erschienen. „La edición principe en portugues de esta célebre obra es de Lisboa, Crasbeeck, 1614“ (Palau).

Die „Peregrinacam“ (Pilgerreise) des Fernao Mendes Pinto sind ein legendäres Buch, das erst lange nach seinem Tod (1583) posthum herausgegeben wurde. Es gilt als wichtigstes Zeugnis der portugiesischen Reiseliteratur im Zeitalter der Entdeckungen und führt seine Leser durch „die phantastisch anmutende Beschreibung der ostasiatischen Länder“ (KNLL). Während seiner mehr als zwanzig Jahre dauernden Reise im Fernen Osten wurde er 13mal gefangen genommen und 17mal als Sklave verkauft, Bis heute provoziert der Bericht kontroversielle Diskussionen. Cervantes nannte Pinto einen „Prinz der Lügner“ und Henze meint, dass er „als Geschichtsquelle und ernst zu nehmender Reisebericht wegen der durchgehenden Zweifel- und Lügenhaftigkeit“ nicht in Betracht kommt. Andererseits schildert er Orte, die er möglicherweise als erster Europäer betreten hat und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er noch vor dem Hl. Franz Xavier, mit dem er dann dort auch zusammentraf, in Japan gewesen sein soll, nämlich schon 1542, wo er 1548 in Yokohama eine erste europäische Ansiedlung gegründet haben soll. Mendes Pinto musste natürlich auch auf die Zeitumstände – Inquisition! – Rücksicht nehmen und seine Wahl, den gesamten Bericht literarisch anzulegen ist ein möglicher Grund für Missinterpretationen. Die neuere Forschung geht davon aus, dass sein gewählter Titel „Peregrinaciones“, also Pilgerreise, wörtlich zu nehmen sei und der gesamte Bericht auch als spirituelle Reise verstanden werden muss.

Unser Exemplar ist vollständig, Einband an den Kapitalen, Ecken und Kanten restauriert, Papierbrüche am Vortitel geschlossen, ältere restaurierte Stelle in der linken unteren Ecke des Titelblattes. Vorderer Innenspiegel mit dem gestochenen Exlibris des Thomas Heath, Merchant of Exeter, und einer Buchhändlermarke aus Lissabon, Vortitelblatt verso mit einem weiteren gestochenen Exlibris, das wir aber nicht zuordnen konnten. Durchgehend gleichmäßig gebräunt, insgesamt aber schönes Exemplar des wichtigen Buches.

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