Objekt Juli 2007

Scheibenschießen

Festschießen. – Beschreibung Des Kaiserl. Gnaden- und Frey-Schiessen, Welches Von Ihro Kaiser- und Königlich Catholischen Majestät Carolo Sexto Der Wienerischen Burgerschaft durch vierzehen Tag gegeben worden. In dem Jahr 1739. Wien, Johann Peter von Ghelen, 1739. Mit 1 mehrf.gef. Frontispiz und 9 (3 gef.) Tafeln in Kupferstich. 68 SS. Folio. Ldr.d.Zt.

Gugitz I,2189; Mayer, Wien’s Buchdruckergeschichte II,21; nicht bei Slg.Mayer, Slg.Eckl, Schwerdt usw. Erste und einzige Ausgabe der äußerst seltenen Beschreibung des Festschießens, an dem Kaiser Karl VI. persönlich teilgenommen hatte. Den Kern der Wiener Bürgerwehr bildeten die Schützen. Schon im 13.Jahrhundert hatte ein Oberster Landesschützenmeister in Wien seinen Sitz. Zu Beginn des 16.Jahrhunderts wurden die bürgerlichen Schützen uniformiert und leisteten bei der Türkenbelagerung 1529 große Dienste. 1684 kauften die Wiener Bürger den Wellschen Garten in der Alservorstadt und errichteten dort ihre große Schießstätte. Das ist also der Ort, an dem dieses Schießen stattfand. Als ersten Preis stiftete der Kaiser übrigens „ein wol-ausgearbeitetes Spanisches Saltz-Faß, oder sogenanntes Surtout mit allem Zubehör“.

Unter der Aufsicht des Kaisers, des Bürgermeisters Johann Adam von Zallheim und der beiden Schützenmeister Wenzel Cleophas Preisel und Johann Jakob Wolf übten sich Maria Theresia, Franz Stephan von Lothringen, Mitglieder der Aristokratie (Auersperg, Bucellini, Cobentzl, Daun, Harrach, Hardegg, Kinsky, Kunitz, Lamberg, Mollart, Palffy, Sintzendorff, Starhemberg, Trauthson usw.) und zahlreiche Bürger, die allesamt namentlich aufgelistet sind, im Scheibenschießen.

Das prachtvolle, mehrfach gefaltete Frontispiz (von Elias Schaffhauser nach Franz Tobias Kollmann) zeigt das Eintreffen des Kaisers auf der Schießstätte, im Hintergrund eine schöne Gesamtansicht der Stadt. Sechs Kupfertafeln mit Abbildungen von Scheiben und die übrigen drei Kupfertafeln mit Darstellung von Preisverleihungen vor dem Hauptgebäude. Das mehrfach gefaltete Frontispiz im Mittelfalz gebräunt, der zeitgenössische Einband am oberen Kapital mit kleinem Einriß und winziger Fehlstelle, sonst absolut fleckenfreies, breitrandiges und vollständiges Exemplar des sehr seltenen Buches.

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